Liebe Menschen,
heute findet Ihr hier wieder eine Zusammenstellung von aktuellen Infos und Hintergrundwissen rund um das Thema Flüchtlingshilfe und Flüchtlingspolitik. Wär schön, wenn das eine oder andere Interessante für jeden dabei ist.


Aktuelles aus der BI

Wir haben wieder einmal eine größere Spende von 500 € bekommen; Danke! Leider können wir das Geld manchmal langsamer ausgeben als gewünscht (Wir hatten schon im Spätsommer letzten Jahres erfolgreich Geld für die Reisekosten der Familie des Syrers E. gesammelt). Er hat bereits im letzten Sommer seine Flüchtlingsanerkennung bekommen und seitdem versucht, einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Amman zu bekommen, um seine Familie nachzuholen; er hat jetzt endlich für Juni 2017(!) einen Termin zur Visaantragstellung bekommen. Auch so kann die Bundesregierung verhindern, dass Menschen kommen… Für die betroffenen Menschen ganz schrecklich.

Uns wurde in einem Gespräch von der Verwaltung in Stade mitgeteilt, dass im Landkreis Stade seit 3-4 Jahren keine neuen Leistungskürzungen bei Geduldeten gemäß 1a AsylbLG (z.B. wegen behaupteter mangelnder Mitwirkung) mehr vorgenommen werden. Solltet Ihr andere Erfahrungen haben, bitte Bescheid geben bzw. bei der Verwaltung in Stade entsprechend intervenieren. Für die Betroffenen eine schreckliche Situation!

Das nächste BI-Arbeitstreffen findet nächsten Mittwoch, 29.3.2017, 19 Uhr bei Eberhard Schäfer im Wassersternweg 5 in Buxtehude statt.


Praktisches

Seit dem 01. März 2017 steht bei Fragen rund um die Beschäftigung von Geflüchteten im Handwerk die neue Willkommenslotsin der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zur Verfügung. Insbesondere leistet sie Unterstützung bei rechtlichen Fragen, verwaltungstechnischen Abläufen, Vermittlungen, Integration. Weitere Infos im angehängten Flyer sowie unter www.hwk-bls.de/willkommenslotsen.

Das Infoblatt „ Was tun, wenn lediglich subsidiären Schutz gewährt wurde?“, herausgegeben vom Flüchtlingsrat Niedersachsen zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ein, liegt jetzt auch in arabischer Sprache und Tigrinya vorliegt (siehe Anhang).

Anbei eine sehr nutzvolle Information über das Studium in Deutschland unter dem Titel: „Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen“.

Im Anhang eine Liste aus einem Ehrenamtskreis zu Asylrechtsanwälten und Beratungsstellen in Hamburg und Umgebung, die die Liste auf unserer Homepage noch erweitert.


Termine

Morgen, 27.3. bringt ARD nach den Tagesthemen einen Film zur Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

Ausbildungs- und Jobmesse am 28.03.17 in Stade. Dazu der Flyer im Anhang.

3.-4.4. Fachtag in Hamburg: „Zwei Seiten einer Medaille? Rassistischen und sexistischen Mustern auf der Spur“. Näheres im Flyer.

Fortbildung der Diakonie Hamburg „Kinder und Jugendliche im Asylverfahren“ am 06. April 2017 von 09:30 bis 17:00 Uhr. Näheres siehe Flyer.


Hintergrundinformationen

Afghanistan: 1. Hier Hinweis auf Artikel aus dem Asylmagazin 03/201, „ Überleben in Afghanistan? Zur humanitären Lage von Rückkehrenden und ihren Chancen auf familiäre Unterstützung“ 2. Anliegend ein bemerkenswertes Positionspapier der BAG Migration der Grünen gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Schließlich 3. Besonders bemerkenswert die Herkunftsländerleitsätze des BAMF zu Afghanistan! Gerade hilfreich im Kontext von Orientierungs- und Asylverfahrensberatung! 4. IPPNW-Pressemitteilung vom 09.03.2017: „Rigide Abschiebepolitik verschärft Situation in Afghanistan“ im Anhang

Die grüne Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg hat nach ihrer Rückkehr aus der Türkei einen lesenswerten Bericht über die Situation der Flüchtlinge in der Türkei verfasst: Klicken Sie hier für das PDF

Unter anderem schreibt sie: „Mehr als 2,8 Millionen registrierte syrische Flüchtlinge leben inzwischen in der Türkei – die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. 190.000 syrische Flüchtlingskinder sind in den vergangenen Jahren in der Türkei geboren. Die Türkei ist damit das größte Aufnahmeland für Flüchtlinge weltweit. Geflüchtete Menschen werden auf insgesamt 81 türkischen Provinzen aufgeteilt. Der größte Teil von ihnen, rund 440.000 Menschen, lebt in Istanbul. Da registrierte syrische Flüchtlinge einer Residenzpflicht unterliegen, ist das Verlassen des Aufenthaltsortes sanktioniert. Aus diesem Grund lassen sich viele syrische Flüchtlinge nicht registrieren. Die tatsächliche Zahl syrischer Flüchtlinge in der Türkei dürfte daher noch deutlich höher liegen. Viele der syrischen Flüchtlinge leben in prekären Umständen. Über 400.000 syrische Kinder werden noch nicht beschult in der Türkei. Bezogen auf die Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge fehlt es an allen Ecken und Enden. Auch wenn die türkische Regierung einen wichtigen Richtungswechsel hin zu der Erkenntnis, dass man syrische Flüchtlinge aufgrund der Lage in Syrien dauerhaft integrieren muss, vollzogen hat, mangelt es an Bildungsangeboten, Gesundheitsversorgung, sozialer Absicherung und Qualifizierungsmaßnahmen. Für die rund 340.000 nicht-syrischen Flüchtlinge (vornehmlich aus Irak, Afghanistan, Somalia und Iran) stellt sich die Lage noch dramatischer dar, da Menschen aus diesen Herkunftsländern keinen oder nur beschränkt Zugang zu den Unterstützungsprogrammen haben. Hinzu kommt die angespannte innenpolitische Lage, die sich ebenfalls nachteilig auf Geflüchtete Menschen auswirkt.“