Newsletter Juli 2017

Liebe Menschen,
heute findet Ihr hier wieder eine Zusammenstellung von aktuellen Infos und Hintergrundwissen rund um das Thema Flüchtlingshilfe und Flüchtlingspolitik. Wär schön, wenn das eine oder andere Interessante für jeden dabei ist.


Aktuelles aus der BI

Wir sammeln Unterschriften für einen fortdauernden Abschiebestopp nach Afghanistan. Die Unterschriftenliste hänge ich Euch an, damit Ihr auch in Eurem Umfeld sammeln könnt. Schickt sie oder bringt die Listen bis zum 23.6. bei uns vorbei, damit wir sie dann gesammelt an Kanzlerin, Innen- und Außenminister schicken.

Wir haben zusätzlich einen Brief an Kanzlerin, Innen- und Außenminister entworfen, um persönlich einen fortdauernden Abschiebestopp nach Afghanistan zu verlangen. Wir haben ihn im Namen der BI abgeschickt. Es ist sicherlich zielfördernd, wenn viele von Euch ihn (mit persönlich angepasstem Text) auch persönlich schicken. Die Links zu den Kontaktformularen, wo Ihr den Text einfügen könnt, sind:

www.cdu.de/kontakt-merkel
www.sigmar-gabriel.de/kontaktformular
www.thomasdemaiziere.de/ihre-frage-meine-antwort

Wir haben Schulen angesprochen, den Film „Alles Gut“  vorzuführen. Der Film ist sehr eindrucksvoll und empfehlenswert – insbesondere auch für Schüler/innen der Sekundarstufe. . Am Beispiel der beiden Kinder und ihrer Familien erzählt ALLES GUT von den kleinen und den großen Hürden, die vor Geflüchteten liegen, wenn sie in Deutschland leben möchten. Der Film nähert sich den entscheidenden Konflikten, die es zu lösen gilt, damit Integration funktionieren kann. Hier die Webseite zum Film. Unter 030-4737 2980  in Berlin beim Filmverleih gibt es weitere konkrete Informationen zu Möglichkeiten, Vorführungen in Kinos oder Schulen zu organisieren – es gibt auch eine Bildungslizenz, man kann den Film für Schulbibliotheken anschaffen, um ihn häufiger im Unterricht zu nutzen.

Die Familie A. ist nun glücklich vereint, nachdem der Vater mit unserer Hilfe die Flugkosten zum Nachholen der Familie aufbringen konnte.

Massenvormundschaften in Stade: Wir haben inzwischen Antwortbriefe vom Landkreis sowie auch vom Familiengericht Stade bekommen, die uns so nicht befriedigen, wir haben deshalb nochmal nachgefragt.

Das nächste BI-Arbeitstreffen findet am 12.7.2017, 19 Uhr bei in der Stader Straße 78 in Buxtehude statt.


Praktisches

Wichtige Info zu Ablehnungs- und Abschiebungsbescheiden. Hier ein paar wichtige Informationen als "to-do-Liste" im Anhang.

Möglichkeiten des Familiennachzugs durch Aufnahmeprogramme anderer Bundesländer (erweiterter Familiennachzug Syrien / Irak). Dazu Genaueres in der Anlage.


Termine

Zuckerfest in Buxtehude für Geflüchtete und Einheimische am 29.6. ab 17 Uhr 30 in Buxtehude im Begegnungsraum Bahnhofstraße 9. Wer Fragen hat, kann sich an Immanuel wenden: 0176 20625702. Bei dem Fest soll es Essen geben, Musik und Tanz. Wer kommen möchte, kann gern Essen, Musikinstrumente, Musikaufnahmen usw. mitbringen. Wir wollen aber auch essen zubereiten. Es ist für Frauen und Männer. Anmeldung wäre gut bis 28.6. für die Planung.

Donnerstag 31.8.17: 7 Uhr 30, Ausflug mit einem Bus in die Landeshauptstadt Hannover für geflüchtete Menschen (von Neu Wulmstorf aus). 10-12 Uhr Besichtigung des Landtages, Kurzfilm über die Arbeit des Landtages, Gespräch mit Abgeordneten, Zeit für Fragen. Geplantes Nachmittagsprogramm: Fahrt zum Serengetipark Hodenhagen: Fahrt durch den Park mit Park-eigenem Bus. Wir sehen dort die Tiere Afrikas (Affen, Löwen, usw.) Danach können wir noch die verschiedensten Fahrgeschäfte (Karussels usw) kostenlos benutzen. Geplante Rückkehr: ca 20 Uhr. Wenn Kinder mitkommen, wird es während des Landtagsbesuchs für diese ein Extraprogramm (z.B. Spielplatz) geben. Essen und Trinken sollten mitgebracht werden, ansonsten ist die Fahrt kostenfrei. Es wäre gut, einen Ausweis mitzunehmen. Verbindliche Anmeldung per Mail an Mustafa Rmmo, mit Angabe von Namen, Adresse und Telefonnummer Abfahrtsorte und genaue Zeiten werden noch bekannt gegeben.


Hintergrundinformationen

Erkenntnisquellen Afghanistan, zusammengestellt vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat. Nach fast drei Monaten hier eine aktualisierte Fassung der Quellenliste zur Sicherheit in Afghanistan: Zum Pdf-Dokument. Darin findet sich u.a. auch die nachfolgende Meldung aus der Zeit vom 02.06.2017: Die afghanische Regierung fordert einen Stopp aller Abschiebungen von Afghanen aus Deutschland. Die gegenwärtige Lage sei „gemäß dem humanitären Völker- und Flüchtlingsrecht so, dass afghanische Flüchtlinge nicht mehr nach Afghanistan geschickt werden dürfen“, sagte die stellvertretende Flüchtlingsministerin Alema der Deutschen Welle. ‚Wir hoffen, dass die Abschiebungen von afghanischen Flüchtlingen eingestellt werden.’ … … Alema weiter. „Es wird immer wieder gesagt, dass es in Afghanistan sichere Regionen gebe und die Rückkehrer in diesen Regionen leben könnten.“ Doch dies treffe zurzeit nicht mehr zu. „Afghanistan befindet sich momentan im Krieg mit 20 terroristischen Gruppierungen, und die Sicherheitslage hat sich sehr verschlechtert“, sagte Alema. Von 34 Provinzen seien 31 nicht mehr sicher.

Pro Asyl zur anstehenden Bundestagswahl: Jetzt Position beziehen – Flüchtlingsrechte sind Menschenrechte! Die Menschenrechte sind unteilbar, ihre universelle Gültigkeit ist die Grundlage unserer politischen Positionen und Forderungen zur Bundestagswahl 2017. Vor der Bundestagswahl 2017 gilt mehr denn je: Der Hass der Wenigen darf nicht die gesamte politische Debatte nach Rechts verschieben. Wir appellieren daher an diese Parteien, sich ihrer Verantwortung für eine humanitäre und gerechte Flüchtlingspolitik zu stellen. Menschenrechte sind unveräußerlich und nicht relativierbar; für die demokratischen politischen Parteien müssen sie Leitlinie ihres Handelns sein. Die konkreten Forderungen von ProAsyl an die Politiker finden sich hier. Es ist eine gute Grundlage, um unsere BundestagskandidatInnen vor der Wahl dazu zu befragen. Wir haben das entsprechende Faltblatt auch für unsere BI bestellt.

Eine Ehrenamtliche aus Stade hat anlässlich des aktuellen Ramadans den Text „Was bedeutet Ramadan?“ verfasst. In diesem Text geht es nicht um die Bedeutung des Ramadans im Islam, sondern um die persönliche Bedeutung des Ramadans für einige Geflüchtete Muslime in Stade. Frau Drechsler, Islamwissenschaftlerin und Doktorandin an der Uni Hamburg, hat in arabischer Sprache einige Geflüchtete Moslems in Stade nach der persönlichen Bedeutung des Ramadans für sie selbst gefragt. Die interessanten Antworten schrieb sie auf und verfasste einen Text, der einen kleinen aber sehr tiefen Einblick in die Gefühls- und Glaubenswelt der Interviewteilnehmer gibt.